Seit ein paar Monaten habe ich mich an das Brotbacken mit Sauerteig gewagt – und mittlerweile gehört das Füttern meines Sauerteigstarters schon fast zur wöchentlichen Routine. Irgendwann kam dann die Frage auf: Muss daraus eigentlich immer nur Brot werden? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Genau so ist diese gesunde High-Protein-Pinsa entstanden.
Sie kombiniert alles, was ich an einer guten Pinsa liebe: einen luftig-lockeren Boden mit knusprigem Rand, jede Menge Protein und den unverwechselbaren Geschmack, den nur ein Sauerteig mitbringt. Durch die lange Teigführung wird der Teig besonders aromatisch und ist für viele Menschen außerdem bekömmlicher als ein klassischer Hefeteig. Während der Fermentation werden nämlich unter anderem schwer verdauliche Bestandteile des Mehls teilweise abgebaut, was die Verträglichkeit verbessern kann.
Für den Extra-Protein-Kick kommen Skyr und Proteinpulver direkt in den Teig. Dadurch wird die Pinsa nicht nur sättigender, sondern eignet sich auch perfekt als ausgewogene Mahlzeit nach dem Sport oder für alle, die im Alltag auf eine proteinreiche Ernährung achten. Das Beste daran: Geschmack und Konsistenz kommen dabei überhaupt nicht zu kurz.
Und beim Belag sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ich habe mich diesmal für gegrillte Zucchini, Aubergine, Spitzpaprika, frische Tomaten, cremige Burrata und Basilikum entschieden – eine sommerliche Kombination, die perfekt zum luftigen Boden passt. Genauso gut schmecken aber auch Varianten mit Salami, , Schinken, Pilzen oder einfach allem, worauf du gerade Lust hast. Die Pinsa ist die perfekte Grundlage für deine Lieblingszutaten.
Weiter unten habe ich auch eine Variante ohne Sauerteig aufgeführt, falls du selbst keinen Sauerteig-Starter zu Hause hast.


Zutaten & Zubereitung
Der Teig ist unkompliziert, benötigt aber etwas Zeit – und genau die macht ihn am Ende so besonders. Durch die Ruhephasen entwickelt der Sauerteig nicht nur sein typisches Aroma, sondern sorgt auch für die lockere, luftige Struktur des Bodens. Wenn du bereits einen aktiven Sauerteigstarter zu Hause hast, ist der Rest wirklich ganz einfach.
Teig & Autolyse
Vermische zunächst das Mehl mit dem Sahne-Proteinpulver. Gib anschließend Skyr, den aktiven Sauerteigstarter und das lauwarme Wasser dazu und knete alles kurz zu einem gleichmäßigen Teig. Sollte er noch etwas zu fest sein, kannst du schluckweise etwas Wasser ergänzen. Decke den Teig ab und lasse ihn 30 Minuten ruhen. Erst danach werden Salz und Olivenöl gründlich eingearbeitet – so kann sich das Glutengerüst optimal entwickeln.
Dehnen & Falten
Nun beginnt der Teil, der Sauerteiggebäck seine besondere Struktur verleiht. Befeuchte deine Hände leicht, ziehe den Teig an einer Seite vorsichtig nach oben und falte ihn zur Mitte. Wiederhole das von allen vier Seiten. Diesen Vorgang führst du insgesamt drei Mal im Abstand von jeweils 30 Minuten durch. Keine Sorge – das dauert jedes Mal nur wenige Sekunden und macht einen riesigen Unterschied für die spätere Lockerung.
Ruhephase
Anschließend darf der Teig weiter reifen. Entweder lässt du ihn noch etwa eine Stunde bei Raumtemperatur gehen oder – meine persönliche Empfehlung – stellst ihn für 12 bis 24 Stunden in den Kühlschrank. Die lange, kalte Fermentation sorgt für noch mehr Aroma und eine besonders luftige Krume.


Formen & Verbacken
Heize den Backofen samt Backblech auf 220 °C Ober-/Unterhitze vor. Teile den Teig in zwei Portionen und drücke ihn mit den Fingerspitzen vorsichtig zu ovalen Pinsa-Böden. Verwende dabei kein Nudelholz, damit möglichst viele Luftblasen erhalten bleiben. Lasse die geformten Böden noch etwa 15 Minuten entspannen und backe sie anschließend auf Backpapier für 7 bis 9 Minuten vor.
Belag vorbereiten
Während die Böden vorbacken, kannst du das Gemüse vorbereiten. Schneide Spitzpaprika, Zucchini und Aubergine in Scheiben und grille sie im Kontaktgrill oder brate sie kurz in der Pfanne an. Die Tomaten werden halbiert und später frisch auf die Pinsa gegeben.
Fertigbacken & Belegen
Bestreiche die vorgebackenen Böden mit Tomatensauce und würze sie mit Oregano, Salz und Pfeffer. Anschließend wandern sie noch einmal für etwa 7 bis 9 Minuten in den Ofen. Direkt nach dem Backen belegst du die Pinsa mit dem gegrillten Gemüse, frischen Tomaten, cremiger Burrata, Basilikum und – wenn du magst – etwas Rucola. Am besten schmeckt sie natürlich frisch aus dem Ofen, wenn der Boden außen herrlich knusprig und innen noch wunderbar luftig ist.
Variante ohne Sauerteig: Falls du keinen aktiven Sauerteigstarter zu Hause hast, kannst du das Rezept auch stattdessen mit Hefe machen. Ersetze hierzu den Sauerteigstarter durch 4g frische Hefe und erhöhe die Wassermenge auf 60 ml. Es ist bei dieser Variante ausreichen den Teig einmal zu Falten und anschließend entweder 1-2 Stunden beim Zimmertemperatur oder über Nacht im Kühlschrank gehen zu lassen.

High Protein Pinsa
Zutaten
Pinsa-Teig
- 50 g Sauerteig-Starter aktiv/ alternativ 4 g frische Hefe
- 60 g Proteinpulver neutral/Sahne-Protein
- 130 g Dinkelmehl
- 150 g Skyr
- 35 ml Wasser lauwarm (60ml bei der Variante mit Hefe)
- 1 TL Salz
- 1 TL Olivenöl
Pinsa-Belag
- 100 g passierte Tomaten alternativ: Tomaten Pulpo von Mutti
- 1 Aubergine
- 1 Spitzpaprika
- 1 handvoll Cherry-Tomaten
- 1 Zucchini
- 1 Burrata
- 1 TL Oregano
- Salz & Pfeffer
- 1 handvoll Rucola optional
- 1 handvoll Basilikum optional
Anleitungen
Teig mischen & Autolyse
- Mische Mehl und Sahne-Proteinpulver. Gib Skyr, den Sauerteigstarter und das lauwarme Wasser hinzu. Knete alles kurz zu einem kompakten Teig. Falls er zu trocken wirkt, gib noch ein paar Tropfen Wasser hinzu. Lass den Teig abgedeckt 30 Minuten ruhen. Knete erst danach Salz und Olivenöl unter.
Dehnen & Falten
- Befeuchte deine Hände an. Ziehe den Teig an einer Seite nach oben und falte ihn zur Mitte. Wiederhole das von allen vier Seiten. Decke den Teig ab und wiederhole diesen Falt-Vorgang insgesamt 3-mal alle 30 Minuten(Gesamtzeit: 1,5 Stunden).
Ruhephase
- Den Teig danach entweder noch 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen oder für 12–24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Formen & Vorbacken
- Den Ofen mit Blech auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig halbieren, mit den Fingern sanft oval flachdrücken (nicht rollen) und die vorgeformten Linsen noch einmal 15 Minuten gehen lassen (während der Ofen vorheizt). Anschließend die nackten Böden auf Backpapier 7–9 Minuten vorbacken.
Belag vorbereiten
- Die Spitzpaprika, Zucchini und Aubergine in Scheiben schneiden und im Kontaktgrill grillen oder in der Pfanne anbraten. Tomaten halbieren.
Fertigbacken und Belegen
- Tomatensauce auf der Pisa verteilen und mit Oregano, Salz und Pfeffer bestreuen. Anschließend noch einmal 7-9 Minuten backen. Anschließend Pinsen mit gegrilltem Gemüse, frischen Tomaten, Burrata, Basilikum und optional Rucola belegen und servieren.
